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Im Nordwesten fanden zwei sehr unterschiedliche Machtzentren zu Einfluss, Macht und Reichtum:
Palenque und Tonina.
Während Palenque dem typischen System der Stadtplanung
folgt, bei der in Form von sich aneinander reihender Platzanlagen verschiedene Tempel-
und Palastkomplexe konstruiert werden, fällt Tonina
hier vollkommen aus dem Rahmen.
Tonina besteht aus einem
einzigen riesigen Berg, an dessen Abhängen die Gebäudekomplexe
terrassenförmig angelegt wurden. Es existiert eine Vielzahl von Palästen
und Tempeln, deren soziale und religiöse Wichtigkeit nach oben hin
zuzunehmen scheint. Auch hier gibt es unzugängliche Bereiche, die
anscheinend einer bestimmten sozialen Schicht vorbehalten waren.
Palenque liegt auf einem
erhöhten Plateau inmitten einer Vielzahl von kleinen Flussläufen. Vom
Zentrum aus hatten die Maya einen hervorragenden Überblick über die
davor liegende Tiefebene; im Rücken war die Stätte durch hohe Berge
geschützt.
Die monumentalen Konstruktionen des
Tempels der Inschriften, des Palastkomplexes und des Platzes der Tempel
der Kreuze geben Palenque ihre einzigartige
Ausprägung. Es existieren viele weitere Komplexe, die zum Teil noch auf
ihre wissenschaftliche Untersuchung warten.
Die pyramidalen Unterbaue der Tempel erreichen nicht
die beeindruckende Steilheit wie man sie von Tikal kennt und die
Dachkämme sind sehr viel leichter konstruiert. Sie sind wie zwei
aneinander gelehnte Gitter- oder Rastersysteme angelegt, die auf dem
Zentrum des Tempeldaches lasten. Die Tempeldächer erinnern an die Form
von Mansardendächer. Während die obere Fassadenhälfte der
Tempelkonstruktionen in anderen Mayastätten zumeist vertikal gebaut
sind, haben sie hier eine nach innen gehende Neigung.
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