Eine sensationell auf den Klippen zum Meer konstruierte, festungsähnliche Stätte.
Highlights: der "Tempel der Fresken", "El Castillo", wichtigster Handelshafen der späten Postklassik, "Ixchel" und der "Herabstürzende Gott"
Tulum ist die bekannteste und meist besuchte archäologische Stätte der so genannten "Ostküste". Neben seiner spektakulären Lage auf Klippen, faszinieren den Besucher "El Castillo" und der Tempel der Fresken. "El Castillo" ist das höchste Gebäude Tulums. Es steht direkt an den Klippen zum Meer und überschaut majestätisch das von einem Verteidigungswall eingerahmte Zentrum. Der "Tempel der Fresken" ist einer der am besten erhaltenen Tempel. Sowohl die Dekoration der Aussenfassaden als auch die authentischen Wandmalereien in seinem Inneren sind zum Zeitpunkt der Wiederentdeckung noch gut zu erkennen gewesen. Bereits 1938 ist der "Tempel der Fresken" restauriert worden und somit seine künstlerischen Darstellungen bis heute erhalten. Die Hauptfassade hat vier Säulen, die fünf Eingänge bilden, durch die man in das Gebäudeinnere gelangt. Darüber befinden sich vier Rosetten, die durch drei Nischen unterbrochen sind. In der zentralen Nische erkennt man die Skulptur eines "Herabsteigenden Gottes" und in den zwei lateralen Nischen jeweils eine sitzende Figur mit ausgearbeitetem Kopfschmuck aus Federn. Die Ecken werden von großen Masken dominiert, die den Gott Itzamna darstellen. Die Wandmalereien im Inneren des Gebäudes stellen verschiedene Gottheiten dar und zeigen gefiederte Schlangen mit Blumen, Früchten und Maiskolben, die mit der Landwirtschaft und dem Wachstum der Pflanzen assoziiert werden. Die "Ostküste" ist bekannt für derartige detaillierte Wandmalereien, deren Themen das alltägliche Leben in Verbindung mit übernatürlichen Kräften behandeln.
Zur späten Postklassik gab es an der gesamten Küste Niederlassungen, die zu wichtigen Handelshäfen wurden. Die "Ostküste" wurde zur wichtigsten Handelsroute zu Wasser. Die Städte entlang der Küste - Xcaret, Xel-Ha, Tank-Ha, Muyil und Xaman-Ha um nur einige neben Tulum zu nennen - konnten somit Tribute von Händlern anderer Stadtstaaten einfordern und Güter aus allen Regionen des Mayagebietes an- und weiterverkaufen.
Die typische Architektur der "Ostküste" sind sehr kleine heilige Tempel mit winzigen Eingängen. Sie wurden von Priestern
für ihre heiligen Rituale und Zeremonien genutzt. Die Maya konstruierten hier keine monumentalen Pyramidentempel mehr. Die religiöse Macht war nicht mehr so zentralisiert wie zu vorangegangenen Jahrhunderten, sondern es wurde in kleineren Gruppen - nicht mehr so spektakulär wie früher auf den grossen Plätzen mit Massen von Menschen - den Göttern gehuldigt.
Es wurden hauptsächlich zwei Gottheiten angebetet, Ixchel, die Goettin der Fruchtbarkeit, der Wissenschaften und der Bücher *** Muyil und die Insel Cozumel wurden wahrscheinlich zu regelrechten Pilgerstätten zur Verehrung und Huldigung Ixchels *** und der "Herabstuerzende Gott", dessen Bedeutung bis heute nicht ganz geklärt ist.
Viele Archaeologen glauben, dass er den Gott der Bienen darstellte, denn die Region der "Ostküste" war das Zentrum der Herstellung von Honig.
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