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Tikal

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Die Stätte mit den meisten und höchsten Tempelpyramiden, die steil gen Himmel aufragen und die davor liegenden Plätze dominierten. Es gibt riesige angelegte Plattformen, auf denen eine Vielzahl an Gebäuden konstruiert wurden, deren Wände sehr dick sind.

Die pyramidalen Unterbauten haben eingezogene Ecken und die Treppenaufgänge werden häufig von monumentalen Göttermasken flankiert. Der untere Fassadenteil der Tempel wird ohne Verzierungen belassen, während die oberen reich verziert sind. Die Dachkämme sind massiv konstruiert, haben jedoch in ihrem Inneren Hohlkörper, da die Konstruktion des Unterbaues durch das Gewicht eines vollständig gefüllten Dachkammes noch schwerer hätte sein müssen. Die Fassaden der Dachkämme waren mit kunstvollen Skulpturen versehen.

Um die Tempelpyramiden möglichst schlank und in den Himmel weisend aussehen zu lassen, ließen die Mayabaumeister in der Mitte der Tempelseiten eine Zwischenkehle, indem eine Steinlage nicht eingebaut wurde. Der Dachkamm steht auf der hinteren Hälfte und trifft so mit dem oberen Ende der Zwischenkehle zusammen. Durch den Schatten, den die Zwischenkehle hervorruft, sieht es von der Seite aus, als wäre der Tempel nicht ein Gebäude, sondern als wären es zwei eigenständige Konstruktionen. So macht es den Anschein, als ob sich der Dachkamm vom Tempelboden her aufrichtet, anstatt - wie in Wirklichkeit - vom Tempeldach. Dadurch macht der gesamte Pyramidentempel - wenn man ihn von der Seite anschaut - einen noch viel schlankeren Eindruck.

Monolithische Stelen mit Altar werden vor den Pyramiden aufgestellt und geben Auskunft über das Datum und den Grund des Tempelbaus und seiner Einweihung.


Zwillingspyramidenkomplexe sind nur in der Region des Peten gefunden worden, also ein besonderes architektonisches Merkmal dieser Gegend. Auf einer Plattform wurden 2 identische Pyramiden - auf denen kein Gebäude erstellt wurde - konstruiert, die jeweils im östlichen und westlichen Zentrum der Plattform standen. Die im Osten stehende Pyramide hat grundsätzlich neun Stelen und Altäre vor ihrer Westtreppe. Im Zentrum des nördlichen Endes der Plattform befindet sich ein Hof, mit einer Stele, die wiederum einen Hieroglyphentext besitzt, der über die Einweihung des Komplexes berichtet. Im südlichen Zentrum erhebt sich ein Gangpalast mit neun Eingängen. Diese Zwillingspyramidenkomplexe sind wahrscheinlich zum Ablauf eines bestimmten Zeitzyklus - dem sogenannten 20-Jahres-Katun - erbaut worden.