Palenque und Tikal sind die monumentalsten und eindrucksvollsten Mayastätten der Klassik, die über lange Zeit grossen Einfluss im ganzen Mayagebiet gehabt haben. Im Vergleich zu Tikal liegt die Betonung der Architektur hier nicht ganz so sehr auf der Monumentalität, sondern mehr auf eleganten Konstruktionen mit minimiertem Einsatz von Baumaterial. Die Tempel stehen auf pyramidalen Unterbauten von mittlerer Größe.
Hier findet man besonders schön ausgearbeitete Stuck- und Steinskulpturen. Große
bearbeitete Steinplatten werden an den Eingängen zu den heiligen Gewölben der
Tempel in Türpfosten eingelassen, die im Zusammenhang mit Hieroglyphentexten von
wichtigen Herrschern und deren großen Taten erzählen. Die Tempeldächer sind
abgeschrägt, erinnern an Mansardendächer, und sind mit Stuckornamenten versehen,
die Personen, Götter, Schlangen und eine Vielzahl von anthropomorphen Figuren
repräsentieren. Die Dachkämme sind leicht und dreidimensional durchbrochen; stellen kein den Unterbau beeinträchtigendes statisches Problem dar. Es wurden hohe Gewölbe mit im Vergleich zu anderen Stätten nicht mehr so massiven Wänden und großen Räumen konstruiert, die die größten Nischen der gesamten Mayawelt enthalten, durch die die Innenräume erhellt und ventiliert werden.
Ein nahe gelegener Fluss wurde in Form von Kanälen so umgeleitet, dass er durch das zeremonielle Zentrum floß. Einer dieser Kanäle führt entlang des Palastes und diente zur Wasserversorgung der hier lebenden Königsfamilie.
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